opti - Messerückblick

Die Kuh auf dem Eis

// 27. Februar 2014 More

opti 2014,WALK oF FRAME, Halle C1,opti-BrandingHochzufrieden zeigten sich Besucher und Aussteller am Ende der diesjährigen opti, die in München vom 10. bis 12. Januar 2014 stattfand, wenn diese auch erst einmal mit reichlich Ärger und Aufrufen zum Ortswechsel endete.

Über 24.000 Besucher aus mehr als 80 Ländern und mehr als 500 Aussteller aus 34 Ländern, das ist die Bilanz der diesjährigen internationalen Augenoptikmesse in München. „In München starten Aussteller und Besucher auf der Pole-Position ins neue Jahr“, freute sich Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM, der Gesellschaft für Handwerksmessen mbH. Die Messe, die jedes Jahr im Januar stattfindet, sei der ideale Start für die Branche – und die wisse die hohe Qualität, das Angebot sowie die lebhafte und spannende Atmosphäre der Messe zu schätzen. „Konzentriert, kompakt, effizient und sympathisch“, so beschrieb es Dohr im Vorfeld. Dennoch endete die Messe mit einem Knall! Grund: Die nächste opti sollte schon am Samstag enden – ein fehlender Sonntag macht die Messe aber für Besucher wie Aussteller eher unsexy!

Der Ärger rund um den nächsten opti-Termin

Als bekannt wurde, dass der opti die Messehallen in 2015 nur von Donnerstag bis Samstag zur Verfügung stehen würden, da die Baumesse den letzten Tag bereits zum Aufbau benötigen würde, setzte ein Sturm der Empörung ein. Erst nach der Messe gab es Entwarnung: Auch im kommenden Jahr findet die opti wie gewohnt von Freitag bis Sonntag (vom 9. bis 11. Januar) statt. „Wir sind froh, doch noch diesen Kompromiss mit der Messe München gefunden zu haben“, ist Dieter Dohr erleichtert. „Auch für uns wäre der Messestart am Donnerstag und die Laufzeit bis Samstag eine neue Situation gewesen“, erklärte er. Noch während der laufenden opti 2014 habe man davon ausgehen müssen, dass die 2015er Messe von Donnerstag bis Samstag stattfinden müsse. „Seit Dienstagnachmittag, 21. Januar 2014, gibt es nun Gewissheit, dass die opti wie gewohnt an einem Wochenende stattfinden kann.“

Novitäten und Entwicklungen bei Geräten, Software und Glas

Die Suche nach Neuheiten stand diesmal für über 90 Prozent der Fachbesucher im Vordergrund – das ergab die von der Veranstalterin durchgeführte Umfrage. Und tatsächlich nutzten zahlreiche Aussteller den Zeitpunkt zu Beginn des Jahres, um ihre Kollektions- und Produktneuheiten in den Bereichen Design und Technik hier vorzustellen. Spannend war das umfangreiche Produktangebot in allen Bereichen auf der opti allemal. Im Folgenden nur einige der zahlreichen Weiterentwicklungen und Produktneuheiten in Sachen Werkstatt und Glas.

Essilor stellte – neben diversen Verbesserungen und Neuheiten bei Brillengläsern – seine Innovationen im Bereich der Instrumente in den Vordergrund. Hierzu gehören unter anderem: das neue Schleifsystem „NEKSIA“ als Nachfolgesystem der Kappa/Gamma Generation sowie Mr. Blue 2.0. Im Bereich der Optometrie bietet Essilor Instrumente mit dem AKR 400 (Auto-Refrakto-/Keratometer) und dem CS POLA600 (LCD Sehzeichensystem) zwei neue Einstiegsprodukte mit hohem Bedienkomfort an. Zudem werden unter der Bezeichnung M´eye e.store nun Kleingeräte, Verbrauchsartikel und Werkzeuge im Shop erhältlich sein. Und auch im Marketingbereich sind viele neue Angebote nennenswert. „Als ganzheitlicher Anbieter ist es das Ziel, Essilor Partner bei allen Prozessen im augenoptischen Fachgeschäft zu begleiten – von der Refraktion und Diagnose bis zur hin zur Verglasung jeder Art von Brillenfassung“, so heißt es von Seiten des Anbieters.

Hoya Lens stellte in München die neueste Version des mobilen Videozentriersystems „visuReal® Portable“ sowie ein „HVC Viewer“ App Add-on zur Messung von UV-Licht und blauem Licht vor. „visuReal® Portable Plus“ ist in der Handhabung noch einfacher und schneller. Grund: Die neue Version erkennt die optimale Bildposition und macht automatisch Bilder, ohne den Auslöser bedienen zu müssen und mit der Bildoptimierungssoftware sehen die Bilder noch etwas besser aus. Eine weitere Neuerung ist ein Modul zur Messung von UV-Licht und blauem Licht, welches als Add-on zur HVC Viewer App entwickelt wurde. Dieser HVC Viewer Sensor wird ganz einfach über den Kopfhöreranschluss an das iPad angeschlossen. Die Ergebnisse der Messung werden direkt auf dem Display angezeigt. Somit kann die UV-Strahlung und der Anteil des blauen Lichts von LCD-Bildschirmen direkt demonstriert werden, sowie mit Hoya BlueControl Brillengläsern als auch ohne.

opti 2014, Gläser, Halle C1,Michael Pachleitner Group, Stand C1.310

Brillenglas spannend präsentiert – hier am Stand
der Michael Pachleitner Group
Foto: GHM

Software-Profi IPRO arbeitet aktuell an einer Verbesserung der winIPRO Buttons mit dem Ziel, eine klarere und auch modernere Anmutung zu erhalten. Während des Messeverlaufs konnten Besucher abstimmen, welche der drei vorgestellten Varianten in Zukunft das Bild der Software bestimmen sollen. Die Entscheidung war am Schluss eindeutig, der Software-Spezialist wird nun die Buttons entsprechend überarbeiten. Ebenfalls am Stand vorgestellt wurde die Softwarelösung PasKal3D. Diese gemeinsame Entwicklung von IPRO mit Dieter Kalder und Fritz Paßmann, den beiden bekannten Männern aus Praxis und Lehre, soll der Verbesserung des Refraktionserlebnisses für Kunden dienen – ist also als „Erlebnisrefraktion in 3D“ zu verstehen. Die Menschentrauben vor dem Stand zu den Zeiten der Präsentationen durch das Duo Kalder-Paßmann zeigte, wie viel Interesse es bei den Augenoptikern vor Ort auslöste.

Mit dem „System des besseren Sehens“ will Rodenstock als einziger Hersteller „ein umfassendes Gesamtkonzept aus Hightech Brillengläsern, hochwertigen Fassungen, innovativen Mess- und Beratungstools sowie bestem Service anbieten“. Mit „ColorMatic IQ® Sun“ wurden eine modische Farbauswahl an selbsttönenden Sonnenschutzgläsern präsentiert. Deren besonderer Vorteil: Die Sonnenbrille muss auch bei sinkender Lichtintensität nicht gewechselt werden, denn die intelligenten Sonnenschutzgläser hellen sich bis zu ihrer Grundtönung von 40 bzw. 55 % auf. Weitere Neuheiten sind die speziell für Sonnenbrillen entwickelte Veredelung Solitaire® Protect Sun sowie stylische Verspiegelungen. Die Intention: „Diese einzigartige Kombination ermöglicht es dem Augenoptiker, die perfekte Sonnenbrille anzubieten und sich dank attraktiver Glasfarben und im Trend liegenden Verspiegelungen auch bei einer jüngeren Zielgruppe als Sonnenbrillenexperte zu positionieren.“

Erstmals auf der opti vertreten war Tokai. Der Brillenglashersteller wurde in Japan vor rund 70 Jahren gegründet und belegt in seinem Heimatmarkt den dritten Platz. 1992 wurde im belgischen Tienen die erste europäische Niederlassung errichtet. Im Jahr 2007 investierte man an diesem Standort rund zwei Mio. € in den technologischen Ausbau. Seitdem produziert und verarbeitet man dort auch (nach eigener Aussage als einziger in der Welt) superdünne Gläser mit dem Index 1.76 – und zwar in einer Breite von -20 bis +10 dpt. Nun sucht man weitere Auslastung, indem man die Gläser auch auf dem deutschen Markt anbieten will. Vorteil der Tokai-Gläser seien, so betont Ann Loones (in Belgien zuständig für Marketing und Verkauf), „die hervorragende Qualität zum guten Preis.“

Auch bei Zeiss machte man sich Gedanken rund um die Entwicklung anwendungsfreundlicher Gläser für Tablet- und Smartphone-Nutzer – hauptsächlich für die Zielgruppe der 30- bis 45-jährigen. Der Grund: Erstmals gab es weltweit im Jahr 2013 mehr digitale Geräte als Menschen. Gleichzeitig hat sich durch den „Digital Lifestyle“ die Lesegewohnheit von Menschen verändert: Der Abstand zum Tablet oder Smartphone beträgt lediglich 30 Zentimeter (das sind rund 20 % weniger als bei einem Buch). Der stete Wechsel zwischen extremer Nah- und Fernsicht erzeugt zudem den sogenannten „digitalen Sehstress“ – also eine Kombination aus müden Augen, Kopfschmerz, steifem Nacken. Hiergegen wurde die Glasserie „Zeiss Digital“ entwickelt, die man auf der opti vorstellen konnte.

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Category: Kommunizieren

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