Erfolg: Der erste Deutsche Contactlinsen Congress

// 2. Juni 2014 More

Der 1. Deutsche Contactlinsen Congress (DCC) hat am 25./ 26. Mai die 542 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (darunter auch zahlreiche Augenärzte) überzeugt und wird 2016 eine Neuauflage erfahren. Organisiert wurde die Premiere vom Industrieverband Spectaris zusammen mit seinem Fachbereich Kontaktlinsen, dem die führenden Kontaktlinsenunternehmen Deutschlands angehören.

Der DCC ist der erste herstellerübergreifende Kontaktlinsen-Kongress in Deutschland, der sich neben der fachlichen auch explizit der wirtschaftlichen Seite widmet. Der Schwerpunkt des DCC lag deshalb auf den Themen Motivation, Kommunikation und Marketing. Rund anderthalb Jahre hatten sich zehn Unternehmen, die im Markt eigentlich als Konkurrenten agieren, zusammengerauft, um dem Kontaktlinsen-Markt in Deutschland mit diesem Kongress einen spürbaren Impuls zu versetzen.

Die Rednerliste des Kongresses war abwechslungsreich: Schon zu Kongressbeginn lüftete Hermann Scherer Geheimnisse von erfolgsverwöhnten „Glückskindern“. Er motivierte das Publikum mit einem Aufruf zu mehr Querdenken und Mut. Als Querdenker bewies sich Verleger Heinz Jürgen Höninger (Optic & Vision). Er skizzierte Möglichkeiten, das Marktvolumen für die Kontaktlinse in Deutschland innerhalb von zehn Jahren auf das Doppelte anzuheben und provozierte das Auditorium mit seinem Ansatz, dass die Kontaktlinse sich von der „Zwangsehe“ mit der Brille lösen müsse. Zum Topverkäufer werden dank „geistiger Brandstiftung“ ist nicht jedermanns Sache. Top-Verkaufstrainer Dirk Kreuter griff tief in ein Repertoire, das beim abtrünnigen Kunden Verunsicherung und Angst schürt.

Zu den Highlights der Veranstaltung gehörten Lyndon Jones und Sarah Morgan. Dozentin Sarah Morgan von der University of Manchester begeisterte das Publikum nicht nur mit ihren Hinweisen rund um eine bessere Kunden-Kommunikation, sondern auch damit, dass sie ihren Vortrag komplett auf Deutsch hielt.

Professor Lyndon Jones von der University of Waterloo in Kanada stellte seine Erfolgsstrategie vor, zu der u.a. gehörte: Kontaktlinsen für alle Altersgruppen proaktiv anbieten, mehr Kinder als Kunden und mehr Presbyope. Er räumte mit zahlreichen Mythen rund um die Kontaktlinse auf. Zum Beispiel damit, dass Allergiker auf Kontaktlinsen verzichten sollten (falsch).

Service-Expertin Sabine Hübner aus Düsseldorf mahnte, dass gerade in einer mehr und mehr digitalisierten Welt im persönlichen Kundenkontakt zu punkten sei. Brillen- und Kontaktlinsen-Onlinehändler Dirk Graber, Geschäftsführer von Mister Spex (Berlin), sucht zwar Partner unter den Augenoptikern, wirkt auf das Gros der Augenoptiker jedoch wie ein rotes Tuch. Graber provozierte: Gerade liberale, nicht reglementiert Kontaktlinsen-Märkte wie die Niederlande oder Schweden seien führend in Europa. Vorteile brächten die Anpasser lediglich bei Neukunden und in der Nachbetreuung.

Zu den Stars des Kongresses gehörten die vier Teilnehmer der Diskussionsrunde, Christian Gross (Niederer Optik, Zürich), Jürgen Jainta (Optiker Schütz, Pforzheim), Hans-Peter Platten (H-P- Platten Optik, Kastellaun) und Harry Richter (Optik Richter, Ahaus). Sie sprachen, moderiert von Volker Grahl und Christian Döhr (Johnson&Johnson Vision Care, Norderstedt), über ihre Erfolgsrezepte: Praxisnah und inspirierend.

Wie man am besten mit dem inneren Schweinehund umgeht, wenn man ihn morgens gegen zehn freudestrahlend im Anpassraum trifft, brachte Dr. Stefan Frädrich mit einem Feuerwerk an Tipps und Tricks rüber. Hervorzuheben ist auch die interaktive Kommunikation mit dem Publikum, das während der Vorträge über eine SMS-Hotline direkt Fragen an die Referenten stellen konnte.

Humor, Spaß und Gaumenfreuden kamen nicht zu kurz bei der DCC-Premiere. Am Sonntagabend heizte eine 10-köpfige Liveband aus Berlin den Kongressteilnehmern mit Discohits aus den 70er ein. Und die Improvisations-Mimen des „Placebotheater“ aus Münster sorgten für einen fulminanten Schlussakkord am Montagnachmittag, indem sie verschiedene Szenen der letzten zwei Tage aus dem Stehgreif nachspielten.

„Wir sehen uns in zwei Jahren wieder!“, versprach Volker Grahl in seiner kurzen Abschiedsrede dem Publikum.

Quelle: DCC

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Category: Kommunizieren, NoOV

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