Geht es auch ohne KL-Anpasser, Frau Reiche?

// 16. Juni 2014 More
Swetlana Reiche (Foto: Lensspirit)

Swetlana Reiche
(Foto: Lensspirit)

Swetlana Reiche ist Gründerin und Geschäftsführerin des Kontaktlinsenversands Lensspirit™ in Leipzig. Sie steht zwar bestimmt nicht auf der Einladungsliste, wenn Augenoptiker ein Fest geben. Dabei könnte es aber ganz interessant sein, ein paar Worte zu wechseln mit der Frau, die 1997 in einer kleinen Altbauwohnung einen für damalige Zeiten neuartigen Kontaktlinsenversand gründete.

Frau Reiche, Lensspirit ist wirklich in interessanter Name. Sind Sie auf einer Amerikareise darauf gekommen oder fiel der Name quasi vom Himmel? Was bedeutet er? 

Der Name ist mir nach einer sehr anstrengenden Woche „Auf-dem-Sofa-liegen-und-an-die Decke-starren“ eingefallen. Ziel war es, einen internationalen Begriff zu finden, der einerseits Produkt mit Emotionalität verbindet und andererseits unsere Begeisterung zu Produkt und Firma zum Ausdruck bringt. So ist aus den Worten „Lens“ (Englisch für „Linsen“) und „Spirit“ (Englisch für „Begeisterung“) „Lensspirit“ entstanden.

Der Geist der Kontaktlinse im Internet ist für viele Augenoptiker ein richtiges Gespenst, manchmal sogar ein Nightmare-Schocker. Können Sie das verstehen? 

Ja, natürlich verstehe ich das – jeder darf ja grundsätzlich eigene Meinung haben. Ob ich aber diese Meinung teile, ist etwas anderes. Die Zeiten verändern sich, die Ansprüche an Geschäftsleute steigen: Heute muss ich Produkt-Experte, Marketing-Fachmann und Kaufman in einem sein. Es ist nicht immer einfach. Umso mehr freue ich mich, dass immer mehr Optiker offener für neue Geschäftsmodelle werden und nach einer Kooperation suchen.

Würden Sie sich freuen, wenn mehr Augenoptiker Kontaktlinsen anpassen würden – oder geht es auch ohne sie? 

Auf gar keinen Fall geht es ohne Fachberatung und Fachanpassung! Beide Gruppen profitieren voneinander. Der Versandhandel leistet eine starke Werbepräsenz, wodurch die Kontaktlinse immer bekannter und attraktiver wird. Schließlich wächst dadurch auch der Kontaktlinsen-Markt als solcher. Der Optiker bekommt Interessenten, die bei ihm eventuell eine stabile Kundschaft bilden. Außerdem sollten wir das Thema Nachkontrolle und Nachbetreuung stärker ausbauen – auch hier ist der Optiker auch in Zukunft unersetzbar. Deswegen gehen wir neue Wege. Ich lade gerne interessierte Optiker ein, sich in unserem Online-Finder einzutragen. Nur gemeinsam können wir den Markt gestalten und zu gegenseitigem Nutzen weiterentwickeln.

Vielen Dank, Frau Reiche! 

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Category: Branche + Ideen, OV

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