eyes + more: Filialist auf Erfolgskurs

// 22. März 2017 More

Tammo Bruns (r.) und
Volker Kächele (l.) besprechen neue Designs

Der Erfolg von eyes + more lasse sich nicht nur an der innovativen und visionären Herangehensweise von Tammo Bruns festmachen. Vor allem sein Gespür für innovative Ideen habe ihn zu einem angesehenen Manager in der Branche gemacht, meint man bei dem Brillenfilialisten. Und das obwohl Bruns kein Optiker ist – oder gerade deswegen. Bruns ist studierter Betriebswirt und kommt ursprünglich aus dem Bereich Fashionaccessoires und Consumer Products. Nach Stationen bei Bang & Olufsen – unter anderem als General Manager in Australien – und bei dem dänischen Schmuckunternehmen Pandora ist er 2013 bei eyes + more angetreten, um das Image der Brille von Grund auf zu verändern. Zudem habe Bruns früh erkannt, dass die Verknüpfung von On- und Offline-Geschäft nicht nur dem Kunden nutzt, sondern auch dem Unternehmen.

Gegründet wurde das Unternehmen 2005 in den Niederlanden, im Jahr 2006 expandierte der Brillenfilialist nach Deutschland. Seit 2013 ist Tammo Bruns an Bord. Als CEO vertritt er die niederländische Muttergesellschaft E.M. Holding B.V. Sein erklärtes Ziel: das Produkt Brille positiv zu besetzen, vom Image der reinen Sehhilfe zu lösen und stattdessen als Fashionaccessoire erlebbar zu machen. Dabei stecke der Schlüssel zum Erfolg für Bruns darin, die Emotionen und Storys herauszuarbeiten. Diese beiden Faktoren brauche es seiner Meinung nach, um ein Produkt nach vorne zu bringen und nachhaltig Wettbewerbsvorteile zu generieren. Seit jeher habe sich Bruns in seiner beruflichen Laufbahn deshalb für Unternehmen entschieden, die den Verbraucher emotional ansprechen und eine Geschichte zu erzählen haben. Ist ein solches Unternehmen gefunden, betreibe der diplomierte Betriebswirt konsequentes Change Management. Die wichtigsten Bausteine, die dabei auf den Prüfstand gestellt werden: Personal, Produkt, Marketing.

In den vergangenen dreieinhalb Jahren habe Bruns es geschafft, den Umsatz des Brillenfilialisten zu verdoppeln und das EBITDA zu verzehnfachen. Hauptsächlich zurückzuführen seien diese Ergebnisse auf drei Faktoren: Erstens, auf eine solide finanzielle Basis, die durch organisches Wachstum mit Fokus auf Retail geschaffen wird. Zweitens, auf einen Management-Stil, der der Maxime „Gemeinsam wachsen“ folgt. Und drittens, auf die konsequente Ausrichtung des Unternehmens auf den Fashion-Aspekt der Brille und die daraus folgende Adaption von Fashion-Trends und -Themen.

Steigende Umsätze, Expansionspläne und Multi-Channel-Ansatz

Die Managementstrategie von Bruns basiere auf neuen Unternehmens- und Personalstrukturen sowie der konsequenten Weiterentwicklung der Brille vom Heilmittel zum Fashionaccessoire. Dass sie sich auszahlt, zeigen die aktuellen Wachstumszahlen und die internationale Expansion des Unternehmens: Das Umsatzwachstum der Unternehmensgruppe lag im vergangenen Jahr bei 13,3 Prozent. Die deutsche Gruppe hat ein Wachstum von 15,8 Prozent verzeichnet. Laut der ERFAlight 2016, der aktuellen Statistik des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen, ergibt sich für die Branche lediglich ein stagnierender Umsatz für 2016 im Vergleich zum Vorjahr.

Nicht nur in Bezug auf den Umsatz, auch hinsichtlich des Filialnetzes in Deutschland treibt das Unternehmen seine Wachstumspläne voran: Am 2. Februar wurde der 100. Shop in Deutschland eröffnet. Das Kernziel werde die internationale Ausrichtung sein, alle zwei Wochen soll ein neuer Store folgen. Bereits im Oktober vergangenen Jahres eröffnete neben schon bestehenden Stores in den Niederlanden und Österreich der erste Store in Belgien. Ebenso seien Stores in weiteren europäischen Ländern geplant.

Darüber hinaus hat das Unternehmen Anfang 2016 einen Onlineshop implementiert, der das flächendeckende Filialnetz flankiert. Das Angebot, seine Brille online auszuwählen ohne auf die Beratung im Store zu verzichten, stoße auf eine breite positive Resonanz: 50 Prozent der Online-Reservierungen würden in einen der rund 140 Stores in Europa geliefert und verkauft. Durch den Multi-Channel-Ansatz erreiche das Unternehmen einen hohen Zuwachs im Neukundengeschäft: Die Mehrheit aller Online-Käufer seien Neukunden.

Modernes Management und Anpassung an den Takt der Fashion-Welt

Seit Tammo Bruns bei eyes + more am Ruder ist, gewinne das Unternehmen immer mehr Kunden und erziele jährlich zweistellige Umsatzzuwächse. Dazu trage auch der von ihm gewählte moderne Management-Stil bei, in dem die Mitarbeiter als Sparringspartner auf Augenhöhe fungieren. Bruns hole Menschen mit an Bord, die eine ausgeprägte Fach-Expertise mitbringen und bereits Erfolge auf ihrem Gebiet erzielt haben. Von ihnen lasse er sich beraten, wie die jeweiligen Fachbereiche noch besser arbeiten können – und wie er sie dabei unterstützen kann. So bleibe Raum für eigene Ansichten und ein gemeinsames Wachsen.

So holte Bruns zum Beispiel ein bekanntes Gesicht sowie ausgewiesenen Experten aus der Modebranche ins Unternehmen: Volker Kächele, ehemals Chefdesigner bei Hugo Boss, entwirft seit 2015 die Brillendesigns. 17 Jahre war er beim deutschen Modelabel Hugo Boss tätig.

Bruns Idee, um das Unternehmen von den klassischen Brillenfilialisten in Deutschland abzuheben: ein schnell wechselndes Angebot, zeitlich und saisonal angepasst wie in der Mode, um dem zunehmenden Bedürfnis nach Abwechslung gerecht zu werden – und das bei gleichbleibend hoher Qualität und zu erschwinglichen Preisen. Damit soll der Wiederkaufszyklus für Brillen von marktüblichen 4 auf 1,5 Jahre verringert und an den Rhythmus der Fashion-Industrie angepasst werden. Mit diesem Ansatz soll der Brillenkauf zum Fashionkauf werden. Sämtliche Brillenmodelle sind Eigenmarken. Design-Kooperationen, zum Beispiel mit dem Sylter Kultlabel Sansibar, erweitern die Produktpalette.

Der Filialist gestalte die eigene Brillenmode selbst aktiv mit und bündele Design, Produktion, Marketing und Vertrieb unter einem Dach. Der Kollektionsaufbau entspräche den Erfahrungen, die der Designer Volker Kächele aus der Modeindustrie mitbringt. Von festen Must-Have-Pieces bis zum monatlichen Kollektionsthema entwickele Kächele ein Fashion Package, das sich sehr stark an den Tendenzen der aktuellen Mode orientiert und Trends aufgreift. Neben der Kollektionsentwicklung und der Fashionkampagne sind Kächele und sein Team auch für den Ladenbau verantwortlich, um einen einheitlichen Look des gesamten Unternehmens zu erschaffen.

Quelle+Foto: eyes + more

Category: Die Nachricht, NoOV, Unternehmen

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