Tränenfilm und Kontaktlinse: Rupp+Hubrach verleiht Wissenschaftspreis 2018  

// 4. Oktober 2018 More

Felix Zimmermann B.Sc. hat an der EAH Jena seinen Bachelor gemacht und erhält den diesjährigen Wissenschaftspreis von r+h. Foto: r+h

Für seine Forschung zum Einfluss des Tränenfilms auf die Sehleistung von Kontaktlinsenträgern erhält ein Jenaer Student den Rupp+Hubrach Wissenschaftspreis 2018.

Wie stark beeinflusst ein trockenes Auge die Sehleistung? Diese Frage wird derzeit auf vielen Fachtagungen intensiv diskutiert. Denn allein in Deutschland sind etwa zehn Millionen Menschen von diesem Beschwerdebild betroffen. Der anerkannte Wissenschaftspreis des Bamberger Brillenglasexperten Rupp+Hubrach geht in diesem Jahr an eine Bachelorarbeit der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Student Felix Zimmermann untersuchte tiefgreifend den Einfluss des Tränenfilms auf gutes Sehen.

Im Rahmen seiner Bachelorarbeit versuchte Felix Zimmermann B.Sc. erstmals, eine Beziehung zwischen dem Abtrocknungsverhalten marktführender Eintages-Kontaktlinsen und der visuellen Leistungsfähigkeit simultan zu ermitteln und zu quantifizieren. Der Umfang der Arbeit war überdurchschnittlich: Zunächst nahm Zimmermann eine Vorstudie zur Optimierung der Methode zur gleichzeitigen Messung von Tränenfilm- und Visusveränderungen vor. Dazu verwendete er einen experimentellen multifunktionalen Topographen mit integriertem hochauflösenden Normsehzeichendisplay. Anschließend führte er eine klinische Studie mit zwei Versuchsgruppen mit insgesamt 40 Testpersonen durch, aufgeteilt in 17 symptomfreie Träger von Eintages-Kontaktlinsen und 23 Kontaktlinsenträger mit trockenen Augen. Die Testpersonen erschienen zu elf verschiedenen Untersuchungsterminen. Anschließend wurden die dokumentierten Daten umfassend analysiert und ausgewertet.

„Ich freue mich sehr, unseren Wissenschaftspreis in diesem Jahr an Felix Zimmermann überreichen zu dürfen“, sagt Ralf Thiehofe, Geschäftsführer von r+h. „Mit seiner sehr umfangreichen Studie konnte er nachweisen, wie wichtig der Tränenfilm für das Sehvermögen ist. Damit trägt er entscheidend zur Best Practice bei der Kontaktlinsenanpassung bei.“

Die Untersuchung zeigt, dass bereits geringe Abtrocknungen eine signifikante Reduktion der Sehschärfe und weitere Sehprobleme verursachen sowie zu einer falschen Überrefraktion führen können. Dies hat vor allem bei der Ermittlung der Überrefraktion einen entscheidenden Einfluss auf die Anpassung von Kontaktlinsen. Darüber hinaus spielt dieses Wissen bei der Auswahl des richtigen Kontaktlinsenmaterials eine große Rolle. Seine Arbeit bewies, dass es bei Kontaktlinsen nicht nur auf den guten Sitz ankommt, sondern auch auf deren Benetzungsfähigkeit.

Innovatives Wissen für die Praxis im Geschäft

Wie nah sich der Wissenschaftspreis von r+h an der Praxis orientiert, beweisen die langfristigen Erfolge der Preisträger: Sämtliche Sieger der letzten 28 Jahre sind heute anerkannte Größen der Augenoptik. Erstmals vergeben wurde die Auszeichnung im Jahr 1990, seinerzeit noch in ausschließlicher Zusammenarbeit mit der Hochschule Aalen. Die Bedeutung des Preises zog schnell weitere Kreise: Ab dem Millennium kamen die Hochschulen in Jena, Berlin, Lübeck und Wolfsburg hinzu. Heute sind fast alle augenoptischen Hochschulen in Deutschland in der Jury des r+h Wissenschaftspreises vertreten. Und auch im deutschsprachigen Ausland hat die Auszeichnung einen exzellenten Ruf. So wurde bereits eine Abschlussarbeit aus Österreich zur Bewertung eingereicht. (rh/rf)

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Category: Branche + Ideen

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