Das war die ZVA-Mitgliederversammlung in Warnemünde

// 22. März 2019 More

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) links ehrte den ZVA-Präsidenten Thomas Truckenbrod (rechts).

Am vergangenen Wochenende trafen sich die Delegierten des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) in Warnemünde zur jährlichen Mitgliederversammlung. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Vorträge zur Branchenentwicklung und Fachthemen. ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod wurde außerdem mit der höchsten Auszeichnung des Handwerks geehrt.
Die Augenoptik ist traditionell keine Branche, die jede konjunkturelle Bewegung mitnimmt, weder in die eine noch in die andere Richtung. Dies betonte erneut auch Thomas Heimbach, Vorsitzender des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses beim ZVA, in seinem Bericht zur aktuellen Situation. Entsprechend waren beim Auftakt der ZVA-Mitgliederversammlung auch diesmal mit Blick auf die Zahlen des zurückliegenden Jahres keine großen Ausreißer zu vermelden: Der Gesamtbranchenumsatz wuchs um 2,2 Prozent auf 6,26 Milliarden Euro (inkl. MwSt.) und die Zahl der verkauften Brillen stieg um 0,8 Prozent auf 12,84 Millionen, wovon wiederum 910.000 online vertrieben wurden. Der Anteil der Online- und Multichannel-Händler am Gesamtbranchenumsatz betrug 4,81 Prozent und bewegte sich damit auf dem Niveau der Vorjahre. Die Kontinuität dieser Eckdaten dürfe die Betriebsinhaber indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich erstens die Dynamik des Online- und Multichannel-Handels jederzeit ändern könne und sich zweitens innerhalb der Betriebsgrößensegmente zuweilen durchaus große Unterschiede auftäten, so der Ausschussvorsitzende, der zugleich mahnte und appellierte: „Die Stückzahlenentwicklung der KMU ist problematisch, gleichzeitig liegt hier ein Riesenpotenzial.“

Goldene Ehrennadel des Handwerks für ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod
„Engagement ist keine Selbstverständlichkeit“, erklärte seinerseits Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), in seiner Laudatio zu Ehren von Thomas Truckenbrod. „Fünf Gesundheitsminister mussten Sie aufklären, dass die Sehversorgung bei Augenoptikern und Optometristen richtig aufgehoben ist“, so Schwannecke mit Blick auf die Amtszeit des ZVA-Präsidenten. Dass der Träger der Goldenen Ehrennadel zupacken könne und dies durchaus auch „spektakulär“, habe er nicht zuletzt bei einem offiziellen Treffen mit dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler gezeigt, als Truckenbrod dem verdutzten Politiker kurzerhand die Brille vom Kopf nahm und richtete – zu dessen größter Zufriedenheit.
Doch das Engagement des Leipzigers, dessen Betrieb in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, war und ist mitnichten allein auf die bundespolitische Bühne beschränkt. Im Verband wird vor allem seine große Integrationskraft geschätzt; so gelang es ihm, dass
der ZVA wieder die innungsangehörigen Augenoptiker und Optometristen des gesamten Bundesgebietes repräsentiert. Daneben forciert Truckenbrod die Vereinheitlichung der beruflichen Bildung auf hohem Niveau und setzte sich von Beginn an stark für die vom ZVA und von der Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk (ZWH) entwickelte Datenbank für Meisterprüfungsfragen ein.
„Für mich ist die Goldene Ehrennadel eine hohe Auszeichnung und eine große Ehre“, so Truckenbrod in seiner Dankesrede. „Ich empfinde sie als festen Handschlag unter Handwerkern, der ja immer noch viel zählt.“
Fachvorträge mit breiter Themenvielfalt
Den fachlichen Teil der ZVA-Mitgliederversammlung leitete am Samstag Prof. Dr. Hans-Jürgen Grein von der Technischen Hochschule Lübeck ein. Er ging der Frage nach, ob Filtergläser gegen Blaulichtschäden in der Netzhaut helfen und versorgte die Delegierten hierbei nebenbei mit allerlei interessanten Informationen rund um UV-Licht, kurzwellige Lichtstrahlung und deren Wirkung auf die Augen. Von den Augenoptikern forderte er, ihre Fachkompetenz zur Anwendung zu bringen und sich genau die Transmissionskurven der Sonnenschutzgläser anzusehen, die sie verkaufen, auch und gerade jene mit Korrektionswirkung. Auch mit dem Mythos, kleine Kinder bräuchten keine Sonnenbrillen, räumte er nachdrücklich auf.
Prof. Dr. Markus Egert, der als Mikrobiologe an der Hochschule Furtwangen lehrt und forscht, betrachtete dann in einem höchst unterhaltsamen Vortrag die Brille mal von einer ganz anderen Seite, nämlich als Brutstätte für Bakterien. Sein Team fand hierbei vor allem typische Haut- und Schleimhautbakterien, die für gesunde Menschen aber kein besonderes Infektionsrisiko darstellten, so der Forscher. Am stärksten besiedelt seien bei den in der Studie untersuchten Brillen mit Abstand die Nasenpads gewesen. Ergänzt wurde das Programm am Samstag durch ein Update zu Krankenkassenthemen durch ZVA-Geschäftsführer Dr. Jan Wetzel und Sigrun Schmitz, Abteilungsleiterin Betriebswirtschaft und Krankenkassen. Am Sonntag folgten dann weitere Vorträge zur Fittingbox von Dominique Bazin, Vice President Sales des gleichnamigen Unternehmens, zur Telemedizin als Option für Augenoptiker von Dr. Christian Kirr, Geschäftsführer der Kimenda AG, sowie zur lokalen Suchmaschinenoptimierung (local SEO) für augenoptische Betriebe von Christoph Baum, SEO-Experte beim ZVA.

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